Infos und Tipps bei Potenzproblemen

Intro

Männer die an Erektionsproblemen leiden haben sich die Frage mehr als einmal gestellt. „Treten Erektionsprobleme selten auf und bin ich ausgerechnet der Gestrafte oder sind da noch mehr Betroffene?“ Die Antwort ist ganz einfach, wenn du an Erektionsproblemen leidest bist du nicht allein. Nach meiner Recherche sind rund 20% der deutschen Männer von Erektionsstörungen betroffen. Also ne ganze Menge. Sie sind also keine Randerscheinung sondern ein präsentes Problem, welches allerdings (leider) für den Stammtisch zu schambehaftet ist. Mit der Folge, dass sich Betroffene all zu oft allein gelassen fühlen. Erektionsprobleme führen oft dazu, dass das Liebesleben nachgiebig beeinflusst wird. Oft leidet also nicht nur der betroffene Mann, sondern der Partner ebenso. (Nicht wegen fehlender Befriedigung, sondern eher weil er das seelische Unwohlsein aufnimmt)

Eines kann also schonmal vorweg gesagt werden: Mit dem Partner reden hilft, auch wenn es etwas Überwindung kosten mag. Potenzprobleme sind kein Problem dass nicht gelöst werden kann. Man muss sich nur mit der Ursache auseinandersetzen und dementsprechend Maßnahmen ergreifen.

Weil das alles so unfassbar sensibel ist und es im Internet so viele Orte gibt, wo andere aus der Not, Hilflosigkeit oder Unwissenheit Profit schlagen wollen will ich hier im Rahmen meiner Möglichkeiten (ich bin kein Arzt) aufklären. 

Überblick


Definition – Was sind Potenzprobleme

Eine kleine Anmerkung vorweg. „Potenzprobleme“ ist ein Ausdruck von vielen, man findet auch die Bezeichnungen: Erektionsstörung, Potenzstörung, Impotenz oder wissenschaftlich Erektile Dysfunktion (ED)

Man spricht von einer Erektilen Dysfunktion, wenn der Mann beim Sex die Erektion in mehr als 2/3 der Fälle nicht erreicht oder nicht halten kann. Das ganze muss allerdings seit mehr als 6 Monaten der Fall sein.

Genug von Zahlen, hin zur individuellen Realität. Das Unvermögen seinen Partner sexuell zu befriedigen ist sehr schmerzhaft, auch wenn der Partner sehr verständnisvoll ist. Doch es gilt Regel No.1: „Sich selbst unter keinen Umständen verrückt machen lassen!“ Mehr dazu später unter Lösungsansätze.

Neben der ED gibt es auch noch den vorzeitigen Samenerguss als typisches Männerproblem. Hier möchte ich erstmal über ED informieren. Für vorzeitigen Samenerguss habe ich hier noch ein paar Infos für dich.


Ursachen einer Erektilen Dysfunktion

Allgemein lassen sich die Ursachen für Erektionsstörungen in drei Punkte unterteilen: Diese sind zum einen psychologische, organische und medizinische Ursachen.

Psychologische Ursachen

Hierbei spielt die größte Rolle die Angst, auf sexueller Ebene zu versagen. Die Gründe dafür sind zum Beispiel private Probleme wie Trennungsängste, daraus resultierende Beziehungsprobleme und Selbstvorwürfe. Durch diese Ängste kann es zu einer Beeinträchtigung der Potenzfähigkeit kommen. Durch den Glauben ans Scheitern wird eben jenes wahrscheinlicher, wodurch man sich in eine Abwärtsspirale reinsteigert. Klappt es beim einen mal nicht, erwartet man gleich, dass es beim nächsten mal auch nicht klappen wird und legt so den Grundstein für Unbehagen und Ängst vorm Scheitern beim nächsten mal.

Organische Ursachen

Organische Ursachen für Erektionsstörungen sind Verletzungen und Schädigungen des Schwellkörpers im Penis. Diese können zum einen durch Krankheiten, aber auch durch langjährigen Konsum von berauschenden Mitteln wie Zigaretten oder aber auch Alkohol entstehen.

Medizinische Ursachen

Nicht selten können Erektionsstörungen als Nebenwirkungen durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst werden. Medikamente, die beispielsweise entwässernd wirken oder auch Betablocker, die Anwendung bei einem zu hohen Blutdruck finden, sind oftmals Auslöser einer erektilen Dysfunktion. Auch Arzneimittel gegen Depressionen oder Lipidsenker können dafür verantwortlich sein. Auf dem Beipackzettel der jeweiligen Medikamente findest du Hinweise über die Nebenwirkungen und kannst daraus schließen, ob das Arzneimittel als Auslöser einer E.D infrage kommt. Wenn Verdacht besteht, ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt darüber aufzuklären und ihm die Sachlage zu schildern. Nach einer Rücksprache kann dieser dir nämlich ein anderes Medikament verschreiben, welches weniger Nebenwirkungen auslöst. In keinem Falle solltest du aber von dir aus Medikamente ohne das Anraten Ihres Arztes absetzen! Eine Auflistung von medizinischen Ursachen findest du hier.

Lösungsansätze

Jetzt zum eigentlich Interessanten part. Was kann man als Betroffener tun.

Ich verweise zuerst nochmal auf meine bereits genannte Regel No.1: „Sich selbst unter keinen Umständen verrückt machen lassen!“ – Wie gesagt 20% der Männer haben dieses Problem und wie wir gleich gemeinsam feststellen werden gibt es mehr als genug Lösungsansätze.

Da es Lösungsansätze aus allen möglichen Richtungen gibt hier eine kleine Übersicht:

  • Lebensstil
  • Medikamente
  • natürliche Potenzmittel
  • mechanische Hilfsmittel
  • lokal angewendete Medikamente

Lebensstil

Alltag

Am einfachsten umzusetzen und gleichzeitig sehr wirksam ist die Umstellung einiger Dinge im Alltag. Bei der Ernährung zum Beispiel empfiehlt es sich auf sehr fettiges Essen (wie fast-Food) zu verzichten. Denn eine ungesunde und fetthaltige Ernährung kann dazu führen, dass das Blutkreislaufsystem und die Blutgefäße verkalken (dies begünstigt wiederum Potenzschwächen, da dann nicht genügend Blut in die Schwellkörperregion geliefert werden kann). Neben gesundem Essen ist es auch wichtig ausreichend zu trinken. Ausreichend heißt in dem Fall mindestens 2 Liter täglich. Müdigkeit kann auch eine Erektion verhindern oder erschweren. Aus diesem Grund ist gesunder Schlaf von etwa 7 Stunden pro Nacht ratsam, wobei das bekanntlicherweise stark personenabhängig ist.

Schlechte Angewohnheiten

So ungern einige es hören wollen. Hilfreich beim Lösen von Erektionsproblemen ist es sich von bekannten Lastern zu trennen. Das heißt kein Konsum von Genussmitteln. Am besten mit Rauchen komplett aufhören, Alkohol nur in kleinen Mengen und auf jeden Fall nicht regelmäßig! Psychologisch naheliegend ist der Zusammenhang zwischen Pornos und ED, oft äußert sich dies in einer Pornosucht. Durch übermäßigen Pornokonsum stellt man sich auf surreale Situationen beim echten Geschlechtsverkehr ein. So schwer es auch fallen mag, am besten den Pornokosnum nach und nach reduzieren und am besten ganz aufgeben. Mehr dazu unter Pornos und ED.

Medikamente

Wer an einen nicht hart werden wollenden Penis denkt, der denkt unweigerlich auch an Viagra. Doch längst ist Viagra nicht mehr das einzige Helferlein auf dem Markt. Es haben sich sowohl andere Medikamente wie Cialis und Tadalafil (auf dem Wirkstoff Tadalafil beruhend) als auch Generika von Viagra etabliert, namentlich Sildenafil (Viagra und Sildenafil basieren auf dem Wirkstoff Sildenafil). Die Funktionsweise dieser Medikamente lässt sich recht vereinfacht wie folgt beschreiben: Die Wirkstoffe hemmen das Enzym Phosphodiesterase-5 (deshalb spricht man auch oft von PDE-5-Hemmern). Dieses Enzym verhindert die Erektion und wird so für den Wirkungszeitraum übergangen. Wichtig: Man hat wegen der Einnahme keine Dauererektion! Es ist einfach so, dass man durch visuelle, physische oder psyschiche Stimulation eregt wird und eine Erektion bekommt.  Mehr dazu unter Viagra & Co.

Natürliche Potenzmittel

Um das ewig währende Problem der fehlenden Potenz zu lösen hat sich auch ein Markt rund um rezeptfreie teils pflanzliche Mittel geschaffen. Hier ist jedoch vorsicht geboten. Bei den meisten der Präperate handelt es sich um Inhaltsstoffe der Wirkung nicht klinisch bewiesen wurde. Es handelt sich also um Präperate die darauf setzen wegen des hohen Leidensdrucks unkompliziert gekauft zu werden und schließlich auf den Placebo-Effekt setzen. Deshalb ist Vorsicht geboten. 

Mechanische Hilfsmittel

Vakuum-Pumpe

Bei diesem Gerät wird der Penis in einen durchsichtigen Zylinder gelegt und durch eine mechanische oder elektrische Pumpe ein Vakuum erzeugt. Durch das Vakuum werden die Gefäße erweitert und es fließt mehr Blut in den Penis, was zu einer Erektion führt. Außerdem führt dieses Vakuum auch zur einer kurzzeitigen Vergrößerung des Gliedes, da durch die erweiterten Gefäße ein höherer Blutstrom stattfindet. Beachte bei einer Anwendung einer Vakuum-Pumpe jedoch, dass als Nebenwirkungen Blutergüsse und Schmerzen im Penis bei einer falschen Behandlung auftreten können.

Penisringe

Durch das Tragen eines Penisrings wird das Abfließen des Blutes aus dem Glied verzögert. Daraus resultierend verlängert sich die Erektion. Beachtet werden muss dabei, dass der Penisring nicht zu eng sein darf. Auch das Tragen über einen Zeitraum von 30 Minuten wird nicht empfohlen.

Lokal angewendete Medikamente

Ein gutes Beispiel ist das so genannte SKAT-Verfahren (SKAT = Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie). Dabei wird ein Wirkstoff (meistens Alprostadil) direkt in den Schwellkörper gespritzt. Nach circa zehn bis 15 Minuten tritt die Wirkung ein und es kommt zu einer Erektion, welche etwa eien Stunde anhält. Ergänzend hierzu können die Wirkstoffe auch oral eingenommen werden (MUSE® = Medicated Urethral System for Erection). Dabei gelangt der Wirkstoff Alprostadil mithilfe eines Applikators direkt in die Harnröhre und regt zur einer Erektion an. Dieses Verfahren wird meist benutzt wenn die Nervenbahnen zwischen Penis und Gehirn geschädigt sind, zum Beispiel bei einer Querschnittslähmung.

FAZIT

In jedem Fall sollte vor dem Gebrauch von Potenzmitteln, jenseits der mechanischen Lösungsansätze, mit einem Arzt in irgendeiner Weise gesprochen worden sein. Auch wenn wir hier versuchen dir einen guten Überblick zu geben ersetzt dieser Blog kein Gespräch mit einem Arzt.

Alles in allem kann man wohl sagen dass man zweierlei an die Sache rangehen kann. Während die Umstellung des Lebensstils eher einen langfristigen Verbesserungsprozess anstößt, den man ggf. mit regelmäßigen Besuchen beim Sexualtherapeuten unterstützt, kann man mit Medikamenten respektive Viagra schnell wieder aktiv werden.

Sowohl über die lokal angewendeten als auch die natürlichen Potenzmittel sollte mindestens einmal mit dem Artzt gesprochen worden sein, falls du es ernsthaft als Lösung in Betracht ziehst. Sollte für eine Konsultation bei Arzt der Scham zu hoch sein rate ich von diesen Lösungen ab.